Frank Heynen meint ... |
Letzte Aktualisierung: 08.03.2008
Witten Berlin
Braunschweig Bottrop
SV Georg Knorr Potsdam
Frankfurt/Oder
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Witten |
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15.04.2005 |
Erster Auftritt in der "Beletage" Am Samstag kommt es endlich zum ersten Kampftag in der 1. Bundesliga, vor uns liegt der reizvolle Vergleich mit der besten NRW-Mannschaft aus Witten. Von der Papierform her sind wir klarer Außenseiter, jedoch aufgrund unseres ausgeglichenen Kaders durchaus für eine Überraschung gut. Witten hat herausragende Sportler in Ihren Reihen -
60 kg Jeroen Mooren, Europameister U 20 2004, Jedoch: Witten plagt, wie man so hört, großes Verletzungspech. Nicht weniger als sechs Leute, von denen fünf durchaus gegen uns kämpfen würden, wären sie denn fit, fehlen Trainer Silbersack. Unter anderem die oben erwähnten Lambert und Behrla. Ich erwarte, dass Witten in den oberen drei Klassen je zwei mal mit Berkhout (-90 kg), Rohr (-100 kg) und Gürschner (+100 kg) gegen unsere beiden Jungs Grim Vuijsters und Alex Moonen antreten wird, gewechselt wird dann wohl -81, -66 und -73 kg. Läuft alles gut, können wir vielleicht einen Punkt holen, und das wäre dann ein Riesending! Wir kämpfen gegen den Abstieg, da gibt’s kein Vertun, und der Punkt würde uns extrem helfen, weil ihn keiner erwartet. Im Tennis würde man das vielleicht als „Break“ bezeichnen. Und damit könnten wir unsere direkte Konkurrenz aus Marzahn und Bottrop unter Zugzwang setzen… Ich würde mich freuen, wenn das Publikum den Jungs bei ihrem ersten Auftritt in der 1. Liga wieder so helfen würde wie letztes Jahr, denn dann geht’s wirklich manchmal besser! Wir können komplett antreten (einzige Ausnahme ist Fabrice Flamand, der eine Verletzung am Fuß hat und nicht einsatzbereit ist) und dürfen hoffen....
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Berlin |
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22.04.2005 |
Ist Berlin eine Reise wert? Voraussichtlich nix zu holen wird es für unsere Mannschaft in Berlin beim dortigen SC geben. Unser Team ist durch zahlreiche Ausfälle geschwächt: Fabrice Flamand und Leon Borgsteede sind am Fuß verletzt, Stefan Tiller kämpft genau wie Grim Vuijsters bei einem internationalen Turnier in Slowenien, Ulli Schink hat einen steifen Hals, Patrick Krahe eine Darmgrippe, Boris Feodoroff und Martin Fink sind privat verhindert… undundund. Das bedeutet, dass Leute eine Chance bekommen werden, die sonst vielleicht nicht so oft zum Einsatz kommen. Unsere Chancen sehe ich vor allem in den Klassen -73 kg (Florin Petrehele gibt sein Saisondebut) und +100 kg (Alex Moonen). Es „geht auch was“ bis 81 kg. Bis 90 kg startet auf Berliner Seite Thomas Hinze. Der ist zwar bärenstark, aber da muss man abwarten wie Käptn Patrick Haas mit ihm klarkommt. Hoffnung ist da, schließlich hat Patrick gegen Witten einen starken Kampf gegen Ex-Europameister Gürschner gemacht… Drückt
uns die Daumen! |
Braunschweig |
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27.05.2005 |
Braunschweig wird zeigen, wo’s langgeht Am
Samstag steht der Auswärtskampf in Braunschweig an, und mir „geht schon
gehörig die Pumpe“. Ich denke, der Kampf wird ein ganz enges Ding,
zwischen einem 5:9 und einem 9:5 ist alles drin. Und das sorgt jetzt schon
für Nervosität. Die Zeiten aus der 2. Liga, wo man die Ausgänge der Kämpfe
relativ genau vorhersagen konnte, sind vorbei… Zum Gegner: Braunschweig hat eine starke Mannschaft aufgebaut, die wegen ihres geringen Durchschnittsalters auch eine gute Zukunft hat. Stars der Mannschaft sind der deutsche Meister Dimitri Peters -100 kg und der Tscheche Pokorny -81 kg. Aber auch in den anderen Klassen haben sie sehr gute Leute zu bieten. Wir treten ohne Flamand (belgische Team-Meisterschaftsendrunde) und Moonen (Qualifikation zur niederländischen Einzelmeisterschaft) an, in beiden Klassen sind wir aber durch Leon Borgsteede und Grim Vuijsters mehr als gut besetzt. Ansonsten sind wir bis auf meinen Ausfall (leichte Verletzung) komplett! Ich baue auf Punkte durch unsere zwei niederländischen Freunde und denke, dass wir bis 66, 73, 81 und 90 kg auch gute bis sehr gute Chancen auf Punkte haben. Viel wird u.a. auf Käptn Patrick Haas und 73er Stefan Tiller ankommen. Bestätigen beide ihren Aufwärtstrend vom Ranglistenturnier in Sindelfingen, wo sie vergleichbare Gegner (Haas) bzw. den Braunschweiger Bundesligakämpfer (Tiller) geschlagen haben, können wir sehr optimistisch sein. Jedoch: Schwächen haben die Braunschweiger keine, uns werden also keine Punkte geschenkt. Ein Punkt oder gar ein Sieg wäre die halbe Miete zum Klassenerhalt, vorausgesetzt wir gewinnen gegen Bottrop am 18.06 im Heimkampf. Außerdem würde ein Erfolgserlebnis in Braunschweig der Mannschaft einen gehörigen Selbstbewusstseinsschub geben und den Tankstellen auf dem Weg von Braunschweig nach Aachen ein gutes Umsatzplus bescheren. Also, lasst uns die Wirtschaft ankurbeln… Da wir mit einem Reisebus nach Braunschweig fahren (noch sind Plätze frei!), haben wir wohl auch die Brauschweiger Halle in unserer Hand, wo traditionell wenig los ist. Vielleicht verhilft uns das zum entscheidenden 8. Punkt? Schön wär’s!
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Bottrop |
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17.06.2005 |
Bottrop – machen wir den Klassenerhalt schon am 4. Kampftag klar? Am 4. Kampftag der 1. Judo-Bundesliga Nord treten wir im Heimkampf gegen JC 66 Bottrop an. Das Team um Trainer Urban steht am Tabellenende und hat bisher dreimal verloren. Aufhorchen ließen sie jedoch, als sie z.B. nur 5:9 gegen Frankfurt/Oder verloren, den Top-Favoriten in der Liga. Der Kampf wird wie in Braunschweig und Berlin eine ganz enge Kiste, und die gingen mit 8:6 für bzw. gegen uns ganz schön knapp aus. Bottrop ist unberechenbar, da sie in fast allen Klassen starke Niederländer zur Verfügung haben und man vorher nie weiß, wen Trainer Urban einsetzt. Herausragend ist Rouben Houkes -60 kg, weil er vor einem Monat Bronze bei der EM in Rotterdam holte. Auf der letzten niederländischen Meisterschaft siegte er mit Koka gegen Leon Borgsteede. Außerdem stark: Dex Elmont (-66), Ziggy Tabacznik (-81) und Danny Meeuwssen (-100 kg). Ebenfalls stark besetzt sind die Bottroper -73 kg mit den beiden Athleten Jacko und Wallerich. Neuzugang Mandel (-90 kg) kennen wir nicht, von der Ergebnissen her scheint das ein starker Mann zu sein – mal sehen, wie unser Mannschaftsführer mit ihm zurecht kommt. Ich erwarte Siege +100 kg. Das wären zwei Punkte. Danach kommt es darauf an, wen die Bottroper wo einsetzen. Die Ausländer sind durchweg Favoriten gegen unsere deutschen Athleten, unsere deutschen Kämpfer sind jedoch größtenteils stärker einzuschätzen als die Bottroper - denke ich zumindest (die Bottroper sind da sicherlich anderer Meinung!). Wichtig werden vor allem die Klassen -73, -81 und -90 kg. Sollten wir da 4 Punkte holen, gehe ich zumindest von einem Teilerfolg (7:7) aus. Ich hoffe auf ein volles Haus, gerade hat sich auch noch das Fernsehen (WDR – Aktuelle Stunde) angesagt.
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SV Georg Knorr |
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15.07.2005 |
Ein Sieg würde alle Abstiegssorgen nehmen... Es wird
ganz eng! Am Samstag treten wir gegen den SV Georg Knorr aus
Berlin-Marzahn an und sind in der Außenseiterrolle. „Marzahn“ hat
sich gut verstärkt (unter anderem tritt der junge Holländer Henk Grol
bis 100 kg an, der im letzten Jahr 3. der Junioren-WM wurde) und hat ein
starkes Team. Fraglich ist jedoch, ob alle Stars den weiten Weg mitmachen,
schließlich sind 1. in Berlin auch Schulferien und 2. die Berliner mit
4:4 Punkten im gesicherten Mittelfeld der Liga anzutreffen. Sollten
Ambitionen da sein oben mitzumischen, werden sie sicher alles aufbieten,
was sie haben… Wir können
(fast) aus dem Vollen schöpfen: Außer Alex Moonen, der auf dem Weg zur
Militär-WM ist, haben wir alle Sportler an Bord. Fehlen wird lediglich
Trainer Jörg Heynen, den werde ich aber vertreten und das hoffentlich
ohne Qualitätsverlust. Sollte
ich tippen müssen, würde ich uns zwischen 5 und 9 Punkten zutrauen, also
entweder einen Sieg oder eine Niederlage. Genauer kann man das einschätzen,
wenn wir sehen, wen Berlin mitbringt… Ich
denke, wir sind -60 und +100 kg klare Favoriten. Wenn wir je einen Punkt
aus -66, -73, -81 und -90 kg holen, sind wir schon da… Stark werden sich
sicherlich Haas und Schweitzer präsentieren, die beiden gewannen vor zwei
Wochen die offenen hessischen Meisterschaften und zeigten eine gute Form. Wir wären
mit einem Unentschieden schon zufrieden, ein Sieg würde uns
voraussichtlich alle Abstiegssorgen nehmen… Bis Samstag!
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22.07.2005 |
Ganz wichtiger Sieg gegen SV Georg Knorr Nachdem wir am 4. Kampftag der Bundesliga den Matchball vergeben und gegen Bottrop mit 6:8 denkbar knapp verloren haben, hatten wir vier Wochen später die Chance, uns zu rehabilitieren. Mit einem Sieg gegen die Judokas vom SV Georg Knorr (ehemals Marzahner BSV) würden wir uns, bei entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz, so weit vom letzten Platz entfernen, dass der Abstieg für dieses Jahr sehr, sehr unwahrscheinlich werden würde. Nun, wir gewannen mit 8:6 und der Kampf wird wohl immer als spannendster Kampf in der Walheimer Geschichte in meinem Gedächtnis haften bleiben… Den ersten richtigen Gedanken an einen Sieg hatte ich auf der Waage, denn der sehr starke Nico Joseph (-81 kg) war bei den Berlinern aufgrund einer Verletzung nicht an Bord. Ihn hatte ich vorher bärenstark eingeschätzt und gewusst, dass Patrick Schweitzer ihn schlagen könnte - aber auch gegen ihn zu verlieren, war mehr als möglich. Im ersten Kampf stand Ali Alimirzaie -66 kg dem Berliner Stroeter gegenüber. Der Kampf war bis kurz vor Schluss ereignisarm, bis der Hauptkampfrichter Ali eine unverständliche Strafe (wegen Tretens, oder was hatte die Bewegung zu bedeuten, Herr Kampfrichter??) zum Ausgleich erteilte. Aus diesem Grund ging der Kampf in die Verlängerung, in der Ali wiederum eine Strafe erhielt, die nur der Kampfrichter verstand. Selbst die beiden Außenrichter schüttelten den Kopf, überstimmten ihren Kollegen aber nicht. Skandalös! 0:1. Fairerweise muss man aber sagen, dass Ali in dem Kampf nicht gut war. -81 kg im zweiten Kampf kämpfte Patrick Schweitzer gegen den körperlich sehr starken Opl und fiel am Anfang auch zwei Mal auf dessen Fußstoppwurf. Als er sich jedoch nicht mehr so einpacken ließ, also mehr aus der Distanz kämpfte, sah er viel besser aus und warf ihn nach 3 Minuten auf den Rücken. Sieg, 1:1-Ausgleich und zufriedene, stolze Blicke von Freundin Marga. -100 kg verlor Patrick Krahe gegen den starken Hahn, als er versuchte den Gegendreher gegen dessen Uchi-Mata zu werfen, aber zu wenig zog. -90 kg trat Käptn Patrick Haas an und lag schnell Wazaari für eine Hüfttechnik zurück. Den konnte er jedoch ausgleichen; viele glaubten hier schon, der Kampf sei zu Ende, da man Ippon geben konnte. Plötzlich brach Patrick jedoch körperlich ein und verlor den Kampf im Boden. Nachher befragt, äußerte Patrick Unverständnis, was da mit ihm passiert sei, er fühlte sich einfach plötzlich hundeelend. 1:3 Zwischenstand, und der Sieg schien in weite Ferne gerückt. Leon Borgsteede war der nächste, und er fuhr seinen Zähler -60 kg sehr sicher ein, 2:3. Danach trat Grim Vuijsters im Schwergewicht gegen seinen Landsmann Sidney Carty an. Carty, schon ein etwas älteres Semester, war vor ein paar Jahren bärenstark und holt immer noch seine Punkte. Grim war ihm jedoch hoch überlegen, und er siegte durch einen überlegt geführten Kampf mit Yuko. Carty hatte keine Aktion, und deshalb kann auch ein Yuko-Sieg überlegen sein, 3:3. Sollte Stefan Tiller im letzten Kampf -73 kg gewinnen, wäre einer turbulenten Halbzeit doch noch ein gutes Ende beschieden gewesen. Doch daraus wurde nichts: Bryan van Dijk, der beste 66er Hollands, war an diesem Tag zu stark für Stefan, obwohl er eine Klasse aufstieg. Stefan machte für seine Verhältnisse einen guten Kampf, hatte aber ähnlich wie Carty auf der Gegenseite keine echte Chance zum Punkten. Damit stand es 3:4 im wohl wichtigsten Kampf, und ich rief die Mannschaft direkt nach dem Kampf zusammen. Normalerweise geschieht dies erst später, und die Mannschaft erfährt dann die Aufstellung für die Rückrunde. In diesem Fall mussten wir jedoch etwas anders machen, ich wollte von zwei Sorgenkindern vor versammelter Mannschaft hören, ob Sie noch einmal 100%ig kämpfen würden. Ich spreche von Ali und Patrick Haas, ohne die wir keine Chance haben würden zu gewinnen. Beide wurden von der Mannschaft „gepusht“ und sagten zu, noch einmal auf die Matte zu gehen. Das bedeutete, wir würden Fabrice für Leon, Shkumbin für Patrick Krahe und Martin Fink in seinem Heim- und Gewichtsklassendebüt für Stefan Tiller bringen, um unsere 3 Pflichtwechsel durchzuführen. Im ersten Kampf nach der Pause setzte Ali die Vorgaben um und gewann diesmal sicher gegen den gleichen Gegner wie in der Hinrunde. Starke Steigerung, Ali! Es stand 4:4, und unsere Taktik, mit zwei Verlierern aus der 1. Runde weiterzumachen, war schon halb eingeschlagen. Danach schickten wir erneut Patrick Schweitzer auf die Matte, auch er hatte den gleichen Gegner wie vorher. Patrick lag bei Halbzeit mit zwei Yuko zurück und wir mussten ihm von außen immer wieder zurufen, dass er weiter Dampf machen solle, denn sein Gegner schien schneller müde zu werden als er selbst. In der letzten Minute machte Patrick noch zwei Kokas, von denen mindestens einer auch ein Yuko hätte sein können, und sein Gegner hätte, weil er stehend k.o. war und nichts mehr zum Kampf beitrug, auch mindestens eine Rolle verdient. Nun ja, vielleicht war das gut so, denn Patrick rannte immer wieder gegen den Berliner an und versuchte ihn hinzuwerfen (oder besser gesagt umzubiegen, beide waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz fit). Auf der Bank hielt es niemanden mehr, und kurz vor Schluss (ca. 7 Sekunden) griff Patrick an, sein Gegner sank zur Vermeidung einer Wertung auf die Knie, und von da bog Patrick ihn um zum Haltegriff. Unglaubliche Lautstärke brandete auf, alles schrie und feuerte Patrick an, sowohl auf der Tribüne als auch am Mattenrand. Jedem war klar, wie wichtig dieser Kampf war und wie plötzlich aus einem verloren geglaubten Punkt vielleicht DER wichtige Punkt werden könnte. Als der Sack zum Zeichen der abgelaufenen Haltegriffzeit auf die Matte flog, war der Jubel grenzenlos, und alle boten Patrick Standing Ovations für diesen Wahnsinnskampf. Spannender habe ich Judo noch nie erlebt! Der erste von zwei ganz armen Hunden im zweiten Durchgang war Shkumbin. Er wurde gegen den international sehr erfolgreichen Henk Grol aus den Niederlanden eingesetzt, gegen den er eigentlich ohne Chance war. Er machte seine Sache sehr gut, und der Niederländer war arg in Schwierigkeiten. Gegen Ende des Kampfes musste Shkumbin sich jedoch der größeren Kraft (Grol wog gut 15 kg mehr als unser Sportler, der bis 81 Kg eingewogen war) beugen und wurde von den Kampfrichtern hoch bestraft. Stand 5:5, Spannung immer noch extrem. In der Halbzeitpause wollte ich ein Signal von Patrick Haas haben und er sagte „Ohne mich gewinnen wir nicht!“ Nun, die Aussage stand zur Überprüfung an, er musste gegen den starken, erfahrenen Michael Gründer ran. Noch letztes Jahr wäre so ein Mann für Patrick unschlagbar gewesen, nicht so dieses Mal. Patrick gewann nach sehr gutem Kampf und zwischenzeitlicher Yuko-Führung nach 2:50 Min. vorzeitig, und alles jubelte. Er am lautesten, hatte er sich doch selbst so unter Druck gesetzt und diesem Stand gehalten. Ein guter Käptn! Wir führten 6:5 und wussten, dass das eigentlich der Sieg sein müsste, schließlich hatten wir noch Grim und Fabrice in der Hinterhand, und die hatten außer wegen Verletzung noch nie in der Walheimer Mannschaft verloren. Fabrice siegte denn auch nach 32 Sekunden und beeindruckte wieder mal jeden in der Halle durch seine Schnelligkeit, 7:5. Grim gab ich mit auf den Weg, er solle kein Risiko eingehen, schließlich würde sein Punkt uns dem Klassenerhalt erheblich näher bringen. Grim tat genau dies nicht und fuhr einen sehr sicheren Zähler gegen den gefährlichen Hahn ein. Damit stand es 8:5, und wir waren der sichere Sieger. Blieb noch das Heimdebüt von Martin Fink. Ihn hatten wir -73 kg auf den Niederländer van Dijk angesetzt, der vorher Stefan Tiller geschlagen hatte. Martin machte seine Sache auch gut; schade nur, dass wir ihn bei seinen Einsätzen in der Bundesliga dieses Jahr bisher nur gegen Topathleten einsetzen konnten (er hatte in Braunschweig gegen den tschechischen EM-Teilnehmer Pokorny -81 kg bravourös gekämpft). Er verlor gegen den holländischen Internationalen, aber das war zweitrangig. Dieser Kampf war auch eine Wertschätzung meinerseits für seinen starken Kampf in der Regionalliga zwei Wochen vorher. Leistung lohnt im Judo also noch! Mit diesem Sieg sollten wir uns aller Abstiegssorgen entledigt haben, vor allem deswegen, weil Braunschweig und Bottrop verloren, wenn auch sehr knapp (beide mit 6:8, beide mit Chancen auf den Sieg). Am nächsten Kampftag (24.9.), wenn wir auf Potsdam treffen (wo ich uns auch etwas zutraue), tritt Bottrop gegen SC Berlin an und Braunschweig muss nach Frankfurt/Oder, schwierige Aufgaben. Am letzten Kampftag müssen wir dann nach Frankfurt/Oder und Braunschweig trifft auf Bottrop. Braunschweig hat im Moment 0 Punkte, Bottrop 2. Sollten Braunschweig oder Bottrop also am nächsten Kampftag verlieren, können wir nicht mehr absteigen! Holen wir in Potsdam einen Punkt, ist eh alles klar. Ich persönlich würde gern noch 5. werden!
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UJKC Potsdam |
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24.09.2005 |
Nichts zu holen im Osten der Republik Klatsche
in Potsdam – Vuijsters fast unheimlich Am 6. Kampftag traten wir in Potsdam an und hatten durch den Ausfall von Ali Alimirzaie (-66 kg) von vornherein schon wenig Chancen zu siegen. Mit ihm wäre eventuell ein Unetnscheiden oder ein Sieg möglich gewesen, so verloren wir sehr deutlich 10:4. Durch die Niederlagen von Braunschweig und Bottrop ist unser Klassenerhalt jetzt aber 100%ig! Ich gehe die Gewichtsklassen von unten nach oben durch, eine Dramatik war im Kampfverlauf eh nicht gegeben. Bis
60 kg punkteten Leon Borgsteede und Fabrice Flamand gewohnt souverän,
mussten sich aber mit starken Gegnern abmühen. Fabrice gewann sogar im
Boden, etwas was ihm schon lange nicht mehr „passiert ist“… Bis
66 kg war Ulli Schink 2 x
chancenlos, aber der Bund und das damit verbundene Nichttraining fordert
halt seinen Tribut. Bis
73 kg traten Stefan Tiller und Florin Petrehele gegen die
Schendel-Zwillinge an. Stefan verlor, Florin gewann nach einer
Energieleistung. Bis
81 kg trat Patrick Schweitzer 2 x gegen Sylvio Paul an, jemanden den er
schon sehr gut kennt. Nicht gut genug wohl, denn im ersten Durchgang
verlor er ziemlich sang- und klanglos. Im zweiten jedoch lieferte er einen
sehr guten Kampf, warf seinen Gegner Punkt – halt, er warf ihn zwar auf
beide Schultern, aber unser Freund aus Braunschweig (der gleiche Mann aus
Berlin, der dort Hauptkampfrichter war, durfte uns wieder verschiedsen)
gab nur Wazaari. Kurz darauf fiel Patrick sehr langsam nach einem
Abtaucher auf die Seite und wir dachten alle Yuko – denkste! Unser
Freund aus Berlin entschied sich für Wazaari und lächelte uns bei
unseren Protesten noch arrogant zu – ein Unsympath, wie ich ihn selten
erlebt habe. Wir wunderten uns auch nicht mehr, dass der Potsdamer Kämpfer
keine Strafen bekam, obwohl diese höchstfällig waren, und ich wäre fast
aus der Halle geflogen, weil ich sagte, was alle dachten: Den Ausgang des
Kampfes hatte der Kampfrichter anscheinend vor allen anderen gewusst, nämlich
beim ersten „hajime“. Bis
90 kg verloren sowohl Patrick Haas als auch Shkumbin Dautaj gegen
Drescher, der in sehr kurzer Zeit einfach unheimlich viel Kraft aufgebaut
hat und beiden überlegen war. Bis
100 kg trat ich im ersten Durchgang und Regionalligakämpfer Boris
Feodoroff (74 kg!!!) gegen den guten 90er Kaletta an, wir verloren beide
erwartetermaßen. Boris schaffte es aber, sich sehr gut zu verkaufen. Über
100 kg gewann Grim Vuijsters gegen den amtierenden Vize-Europameister
Wojnarowicz aus Polen mit 2 Wazaari und Koka. Unglaublich: Der Pole hatte
keine Chance gegen Grim, für den dies der bisher größte Sieg war.
„Ich wollte meine Serie von 2 Jahren ohne Niederlage nicht
kaputtmachen“, sagte er nachher nur. Mann, mann, mann, wenn die Holländer
den nicht bald mal auf große (A)-Turniere schicken… Im zweiten
Durchgang opferte sich Patrick Haas gegen den gleichen Gegner, war auch
zur Halbzeit überlegen, lief seinem Gegner aber in dessen Spezialtechnik,
einen sehr tiefen und schnelle Seoi-Nage. (Grim kämpfte im 2. Durchgang
nicht, weil wir mit Florin unseren vierten Ausländer bringen wollten.)
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JC90 Frankfurt/Oder |
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28.09.2005 |
Frankfurt/Oder
oder: Saisonabschluss unter Palmen Am 7. und letzten Kampftag der 1. Bundesliga treten wir beim eigentlichen Klassenprimus an. Eigentlich, weil FFO dieses Jahr 10:4 gegen Witten verloren hat; das war die erste Niederlage für die Männer von der polnischen Grenze in der Bundesliga-Vorrunde seit über 10 Jahren. Wir sind in voller Besetzung (bis auf den am Knie operierten Alex Moonen), also auch wieder mit Alimirzaie und Krahe, was für mich wohl einen kampffreien Nachmittag bedeuten wird. FFO hat eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die Ausländer Novikov (-60 kg, RUS) und Krawczyk (-81 kg, POL) sind Granaten. Wir können bis 60 kg vielleicht trotzdem gewinnen; was möglich ist, hat Grim ja am letzten Kampftag gezeigt. Ali hat mit Michael Rex einen aufstrebenden jungen Mann vor sich, gegen den er eine Topleistung abrufen muss. Bis 90 kg traue ich Patrick Haas einiges zu, gegen Niesecke kann er gewinnen (aber auch verlieren), man kennt sich. Grim Vuijsters bekommt es mit einem der drei besten deutschen Schwergewichtler zu tun; ich bin mal gespannt, wie er das löst. Ein Sieg ist wohl nicht drin, bei optimalem Kampfverlauf können wir ein Unentschieden holen. Käpt'n Patrick Haas traut uns „zwischen 3 und 7 Punkte“ zu. Im Anschluss - und damit komme ich zurück auf die Palmen - feiern wir im my-tropical-island in der Nähe von Berlin unsere erste, gute Saison in der 1. Bundesliga. Die erste, weil wir seit dem Abstieg vor drei Jahren neu rechnen; schließlich sind wir auch eine neue Mannschaft. Und die Betonung liegt auf dem letzten Wort. Das Ding heißt tropical island, weil dort in einer riesigen Halle, in die die Freiheitsstatue stehend reinpasst – fast 100 Meter Höhe – und man den Eiffelturm reinlegen könnte, eine Südseelandschaft nachgebaut ist, mit Strand, 25°C und hoffentlich 'ner guten Party. Wir freuen uns drauf, auch wenn an dem Tag dort Oktoberfest mit Jürgen Drews ist – darauf könnten wir ja gerade noch verzichten.
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